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Gemeinsam mehr erreichen
13.03.2018

Gemeinsam erreicht man mehr. So lautet die Devise, der sich Luxemburg und das Land Rheinland-Pfalz verschrieben haben. Das betrifft den Ausbau des Schienennetzes, den gemeinsamen Kampf um die Schließung Cattenoms, vor allem aber die grenzüberschreitende Berufsausbildung.

Rund 200 Auszubildende aus Luxemburg und Deutschland befinden sich in einem grenzüberschreitenden Ausbildungsverhältnis. Konkret bedeutet das: Sie absolvieren ihre schulische Ausbildung in dem einen und die betriebliche Ausbildung in dem anderen Land. Luxemburg und das Land Rheinland-Pfalz wollen diese Zusammenarbeit auf dem Gebiet der grenzüberschreitenden Berufsausbildung nun noch weiter vertiefen.

Bei einem Arbeitsbesuch der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) am Montag in Luxemburg unterzeichneten beide Länder eine entsprechende bilaterale Vereinbarung. Sie soll den bereits im November 2014 unterzeichneten Rahmenvertrag über die grenzüberschreitende Berufsausbildung in der Großregion "mit Leben füllen", wie Malu Dreyer bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Premierminister Xavier Bettel, Arbeitsminister Nicolas Schmit und Bildungsminister Claude Meisch auf Schloss Senningen erklärte.

"Da ist noch Luft nach oben"

Die Hälfte der bestehenden Ausbildungsverhältnisse ist im Bereich Industrie und Handel angesiedelt. "Da ist noch Luft nach oben", sagte Malu Dreyer. Auch im Bereich Handwerk erhofft sich die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin durch die bilaterale Vereinbarung ein schnelleres Weiterkommen. Als Beispiel dient die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Luxemburg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland im Ausbildungsberuf Buchbinder. Die schulische Ausbildung erfolgt im Lycée des Arts et Métiers, die praktische in Betrieben in Rheinland-Pfalz oder im Saarland.

Näher zusammenrücken wollen beide Länder auch in der Landwirtschaft und den Sozial- und Gesundheitsberufen, speziell im Pflegebereich. Viele Deutsche ziehe es auf den Luxemburger Arbeitsmarkt, sagte der rheinland-pfälzische Staatssekretär im Sozial-, Arbeits- und Gesundheitsministerium, David Langner. "Insofern müssen wir sehen, wie wir unseren Fachkräftebedarf in Zukunft decken." Es sei demnach ein wichtiger Schritt, die Fachkräftesicherung zusammen mit Luxemburg anzugehen.
Win-Win-Situation

Bildungsminister Claude Meisch sprach von einer Win-Win-Situation. Aus Luxemburger Sicht sei die Zusammenarbeit ein Gewinn besonders in Bereichen, in denen die kritische Masse fehlt, wie zum Beispiel im Ausbildungsberuf Buchbinder. Zudem erleichtere die kulturelle Nähe - die Sprache und das duale Ausbildungssystem - die Zusammenarbeit beider Länder. Meisch mahnte aber auch dazu, noch weiteres Potenzial zu erforschen, zum Beispiel auf dem Gebiet der Pflege- und Gesundheitsberufe, "wo wir einen gemeinsamen Arbeitsmarkt haben und in eine gemeinsame Planung gehen sollten, damit wir diesseits und jenseits der Grenze genügend Fachkräfte anbieten können".

Arbeitsminister Nicolas Schmit erkannte seinerseits weitere Kooperationsmöglichkeiten auf dem Gebiet der zahlreichen technologischen Berufe, zumal die Wirtschaft beider Länder im digitalen Wandel begriffen sei.

Quelle: https://www.wort.lu/de/politik/gemeinsam-mehr-erreichen-5aa69901c1097cee25b84a08

actualisée le 2018.03.13 — © Lycée des Arts et Métiers