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1916 - 2016: Vor 100 Jahren wurde auf Limpertsberg der Grundstein der luxemburgischen Ingenieurausbildung gelegt
16.09.2016

Vor 100 Jahren am 20.09.1916 wurden die Cours Techniques Supérieurs (CTS) durch ministeriellen Beschluss des Generaldirektors für Landwirtschaft, Industrie und Arbeit Dr. Welter gegründet. Dies weil viele Schüler der damaligen École des Artisans de l'Etat, dem Vorläufer des heutigen Lycée des Arts et Métiers, den Wunsch äußerten nach den dreijährigen EAE-Studien ihre Ausbildung weiterzuführen.

So wurden ab 1916 die "Cours Techniques Supérieurs" angeboten, mit dem Ziel mittlere Beamte für die Industrie und die Verwaltungen auszubilden. Dies allerdings nicht ohne Kritik von außen, da manche die EAE in der Pflicht sahen, sich exklusiv der Handwerkerausbildung zu widmen, "libérés de tout luxe culturel et scientifique" wie Edouard Weber 1996 anmerkte.

Durch ein neues Gesetz von 1958 wurde die École des Artisans de l'Etat in ein "Institut d'Enseignement Technique" übergeführt, mit einer neu geschaffenenen École des Arts et Métiers, die sich der handwerklichen Ausbildung widmete und einer Ecole technique, die die Ausbildung zum Ingenieur technicien übernahm.

1976 zog die École technique, nach 60 Jahren im ehemaligen Jesuitenschriftstellerheim in der Rue Guillaume Schneider auf Limpertsberg, in ihre neuen Gebäude nach Kirchberg um. Die Ingenieur technicien Ausbildung bestand bis Anfang der 80er Jahre aus einer Année préparatoire und einer anschließenden dreijährigen technischen Ausbildung in den Bereichen Elektrotechnik, Maschinenbau und Baufach, was einem heutigen BAC 2-Niveau (BTS) entspricht. Rekrutiert wurden die Studenten damals vor allem von Certificat d'Aptitude Professionnel-Abschlüssen CAP (11e) bzw. aus dem klassischen Sekundaruntericht (3e).

Die 80er Jahre sahen dann die Umbenennung der Schule in ein Institut Supérieur de Technologie IST, die Studiengänge richteten sich nun an Absolventen einer 13e oder 1ère. Dies als Konsequenz der Reform des technischen Unterrichts, mit der eine 12e und 13e Technique Générale eingeführt wurde, die auf technisch orientierte Universitätsstudien vorbereitet.

Mit der Gründung einer luxemburgischen Universität wurde das IST in diese integriert und die Ausbildung entsprechend den Bologna-Kriterien den Bachelor- und Master-Diplomen angepasst. Mit den BTS-Ausbildungen ab 1992 und verstärkt ab 2010, knüpft das heutige Lycée des Arts et Métiers, das im März 2016 sein 120jähriges Bestehen feieren konnte, im technischen Bereich wieder an die ehemalige Ingénieur-technicien-Ausbildung an, die seit 1916 ein überaus wichtiges Standbein der luxemburgischen Wirtschaft war.

 Reportage 10. März 2016

actualisée le 2016.09.16 — © Lycée des Arts et Métiers